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Thursday, March 13, 2008

"Der Wind steht schief"

...und bevor man sich umsieht, bricht die Woche schon entzwei. Bei uns auf der Arbeit ist Land unter. Was perfekt mit dem Wetter hinter dem Fenster zu harmonieren scheint.

Tuesday, February 26, 2008

„You had a bad day...“

Letzten Sonntag hatte ich einen schlechten Tag. Unausgeschlafen und übel gelaunt schlich ich ziellos durch die Wohnung und um meinen Kühlschrank. Am späten Nachmittag, nachdem ich zum fünften Mal den Anfang von „Im Himmel Tango“ gelesen habe, ohne verstanden zu haben, was die Autorin sich unter „ feurigen ochos“ vorstellt, legte ich das Buch beiseite.
Wäre ich doch zu Hause geblieben. Beim sechsten Mal hätte es definitiv geklappt.
Stattdessen bin ich ins Auto gestiegen.
Der Salon war voll, aber als ich mich umsah, konnte ich nur wenige bekannte Gesichter ausmachen. Menschen saßen in größeren Gruppen, lachten und unterhielten sich laut. Ich hatte das Gefühl, in eine fremde Party reingeplatzt zu sein.

Als ich mir die Schuhe überstreifte, verklangen die letzten Töne von „Pensalo bien“. Danach kamen – der Reihe nach: „El llorón“, „Plano Secuencia", ein obskures serbisches Lied, „Prepárense“, „Nothing else matters“... ach ja, habe ich schon mal erwähnt, dass “Yersterday“ mittlerweile offiziell zum Tango-Repertoire gehört?
Ich hopste ein wenig mit einem älteren Herrn, der mir gleichzeitig davon berichtete, dass er dieses Wochenende einen „Salsa-Workshop für Junggebliebene“ organisieren durfte. Er hatte blütenweiße Hose an und bestand darauf, dass ich bei pasada mit meinem Fuß an seinem Hosenbein entlang gleite, aber gründlich bitte, „so rrrrrrichtig mit Leidenschaft! Ja, junge Dame, so ist es richtig, macht Spaß, oder?“
Dann hat mir ein Kerl aufgelauert, dem ich vorher konsequent aus dem Weg gegangen bin. Anfangs glaubte ich mich auf der Toilette retten zu können. Aber als ich raus kam, stand er draußen vor dem Stand mit Flyern. „Magst Du tanzen?“ Als ich stumm den Kopf schüttelte, sagte er hoffnungsfroh „Macht nichts, ich komm dann später zu Dir“.
Und er tat wie versprochen, setzte sich zu mir und unterhielt mich solange, bis ich sagte: “Wollen wir
vielleicht jetzt tanzen?“
Hätte ich doch den Mund gehalten.
Über die nächsten zehn Minuten habe ich wenig zu berichten, was wohl
daran liegt, dass ich einen Blackout hatte.
Was mir
allerdings in Erinnerung blieb, war eine ganz komische Bewegung, die er mit seinem linken Fuß machte. Erst halbmondig am Boden und dann mit einem Zuck schräg nach links und in die Höhe. Als versuchte er einen kleinen, aber sehr blutrünstigen Terrier wegzuschütteln. Dabei sah er sehr inspiriert aus, als wäre er gerade dabei, tango argentino zu revolutionieren. Zudem navigierte er mich aus der sicheren Entfernung mit den Fingerkuppen seiner rechten Hand. Vielleicht wollte er einfach nur meine Rippen zählen.
Als „Milonga de mis amores “einsetzte, fing er sofort an, mich fieberhaft nach links und rechts zu drehen mit der Hingabe eines Ölbohrers, der sich um einen Gastauftritt
in der Fortsetzung von „There will be blood“ bewirbt.
Ich blickte ihn fassungslos an, worauf er fröhlich entgegnete: „Ach, dein Rock schwingt doch so schön!“…
Und erst am Ende des Abends kam ein Freund herein. Zu diesem Zeitpunkt hat sich meine Achse endgültig verabschiedet, meine Ballen schmerzten, ich sah wie ein gerupftes Huhn aus. Er nahm mich in den Arm und flüsterte mir was ins Ohr. Seine Worte glätteten meine aufgerauten Feder zurecht.

Aber ich verrate nicht, was er mir gesagt hat.