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Monday, March 31, 2008

It's raining cats...



In Moskau ist ein Haufen Katzen von einer Windböe erfasst und durch die Luft geschleudert worden. Die Augenzeugen berichteten über Tiere, die jaulend über die Erde schwebten. Vielleicht haben sie zu viele Vögel gegessen? Wie auch immer: die Katzen haben eine fulminante Landung hingelegt und wurden später gesund und munter auf einem andren Dach gesichtet. Fliegende Katzen...Ich will ein richtiges Bild dazu!

Tuesday, February 26, 2008

„You had a bad day...“

Letzten Sonntag hatte ich einen schlechten Tag. Unausgeschlafen und übel gelaunt schlich ich ziellos durch die Wohnung und um meinen Kühlschrank. Am späten Nachmittag, nachdem ich zum fünften Mal den Anfang von „Im Himmel Tango“ gelesen habe, ohne verstanden zu haben, was die Autorin sich unter „ feurigen ochos“ vorstellt, legte ich das Buch beiseite.
Wäre ich doch zu Hause geblieben. Beim sechsten Mal hätte es definitiv geklappt.
Stattdessen bin ich ins Auto gestiegen.
Der Salon war voll, aber als ich mich umsah, konnte ich nur wenige bekannte Gesichter ausmachen. Menschen saßen in größeren Gruppen, lachten und unterhielten sich laut. Ich hatte das Gefühl, in eine fremde Party reingeplatzt zu sein.

Als ich mir die Schuhe überstreifte, verklangen die letzten Töne von „Pensalo bien“. Danach kamen – der Reihe nach: „El llorón“, „Plano Secuencia", ein obskures serbisches Lied, „Prepárense“, „Nothing else matters“... ach ja, habe ich schon mal erwähnt, dass “Yersterday“ mittlerweile offiziell zum Tango-Repertoire gehört?
Ich hopste ein wenig mit einem älteren Herrn, der mir gleichzeitig davon berichtete, dass er dieses Wochenende einen „Salsa-Workshop für Junggebliebene“ organisieren durfte. Er hatte blütenweiße Hose an und bestand darauf, dass ich bei pasada mit meinem Fuß an seinem Hosenbein entlang gleite, aber gründlich bitte, „so rrrrrrichtig mit Leidenschaft! Ja, junge Dame, so ist es richtig, macht Spaß, oder?“
Dann hat mir ein Kerl aufgelauert, dem ich vorher konsequent aus dem Weg gegangen bin. Anfangs glaubte ich mich auf der Toilette retten zu können. Aber als ich raus kam, stand er draußen vor dem Stand mit Flyern. „Magst Du tanzen?“ Als ich stumm den Kopf schüttelte, sagte er hoffnungsfroh „Macht nichts, ich komm dann später zu Dir“.
Und er tat wie versprochen, setzte sich zu mir und unterhielt mich solange, bis ich sagte: “Wollen wir
vielleicht jetzt tanzen?“
Hätte ich doch den Mund gehalten.
Über die nächsten zehn Minuten habe ich wenig zu berichten, was wohl
daran liegt, dass ich einen Blackout hatte.
Was mir
allerdings in Erinnerung blieb, war eine ganz komische Bewegung, die er mit seinem linken Fuß machte. Erst halbmondig am Boden und dann mit einem Zuck schräg nach links und in die Höhe. Als versuchte er einen kleinen, aber sehr blutrünstigen Terrier wegzuschütteln. Dabei sah er sehr inspiriert aus, als wäre er gerade dabei, tango argentino zu revolutionieren. Zudem navigierte er mich aus der sicheren Entfernung mit den Fingerkuppen seiner rechten Hand. Vielleicht wollte er einfach nur meine Rippen zählen.
Als „Milonga de mis amores “einsetzte, fing er sofort an, mich fieberhaft nach links und rechts zu drehen mit der Hingabe eines Ölbohrers, der sich um einen Gastauftritt
in der Fortsetzung von „There will be blood“ bewirbt.
Ich blickte ihn fassungslos an, worauf er fröhlich entgegnete: „Ach, dein Rock schwingt doch so schön!“…
Und erst am Ende des Abends kam ein Freund herein. Zu diesem Zeitpunkt hat sich meine Achse endgültig verabschiedet, meine Ballen schmerzten, ich sah wie ein gerupftes Huhn aus. Er nahm mich in den Arm und flüsterte mir was ins Ohr. Seine Worte glätteten meine aufgerauten Feder zurecht.

Aber ich verrate nicht, was er mir gesagt hat.

Friday, February 22, 2008

Don't expect me to tango to...

.... “Every breath you take“.

Es tut mir leid, aber ich hasse dieses Lied vom ganzen Herzen. It’s kinda creepy.
Stalkers of the world, unite.
Zweitens handelte es sich dabei nicht mal um das Original, oh no. Es war so eine abgedroschene dorfdiscomäßige Instrumentalversion mit einem schwerfälligen Beat und voller optimistisch winselnder Geigen. Die armen Tangueros schunkelten verwirrt von links nach rechts oder blieben stehen. Die Mutigsten probierten Bewegungen aus, auf die ihre Aerobic-Trainerin sicher stolz gewesen wäre.
Es gibt hier in der Umgebung ein Paar DJs, die treiben mich wirklich auf die Palme. Wenn man sich einen tangofreien Abend machen will, sind ihre Lokale wärmstens zu empfehlen.
Ich weiß nicht – ist es der Wunsch besonders originell zu sein oder einfach nur pure Ignoranz?


Haben sie noch nie was von todotango.com gehört?

Monday, February 18, 2008

Sex, Tango und andere Grausamkeiten

-Ufff, stell Dir mal vor, ich habe heute zwei Stunden meditiert. Jetzt fühl' ich mich so richtig entspannt.

Die Frau hat schöne, unruhige Augen und erschöpft aussehende Haut: sie setzt sich zu mir, lehnt sich zurück, zündet sich eine Zigarette an und betrachtet die Tanzfläche. „Nicht viel los heute, eh?“
Sie ist Ende dreißig und frisch geschieden. Ihr Gesicht ist voller feiner Linien und ständig in Bewegung: mal hebt sie die Augenbraue hoch, mal rutscht ihr Mundwinkel tief nach unten, mal kneift sie die Augen zusammen und pustet sich gleichzeitig den glatten fransigen Pony aus der Stirn.
Sie tanzt seit langem, aber nicht besonders gut, trotz aller Privatstunden bei jedem berühmten Lehrer, den’s schon mal hierher verschlagen hat. Nach wie vor läuft sie etwas breitbeinig und streckt dabei ihren Hintern aus. Dafür streut sie bekannte Namen in das Gespräch ein wie die anderen Pinienkerne über den Salat streuen. „Ach, der soundso ist ein total komischer Vogel, wir haben uns über ihn kaputt gelacht.“ Oder: „Die Geraldine hat aber stark nachgelassen, seit sie sich mit Ezequiel zusammengetan hat. Aber was willste tun? Ist ja wohl die Liiiiiiiiiiiebe“ sagt sie, ihr Mund streckt sich dabei zu einer schmalen, langen Linie.
Wenn sie zum Tresen oder auf die Toilette muss, rennt sie quer über die Tanzfläche und weicht den tanzenden Paaren mit kleinen, spitzen Schreien aus.
Als wir uns kennenlernten, fragte sie mich nach meinem Sternzeichen. Als ich’s ihr sagte, schlug sie die Augen weit auf: “Ach toll, wir passen doch super zueinander, zeichenmäßig, ich mein’. Wir werden viel zu bequatschen haben. Gib mir doch deine Telefonnummer“
Sie rief mich nicht an. Zwei Wochen später trafen wir uns wieder. Sie fragte –„Sag mal, was für ein Sternzeichen bist du denn?.. Ach, nee, echt? Weiß Du, dass wir super viel gemeinsam haben?“

Manchmal streckt sie ihre Hand mit der Schnelligkeit der Chamäleonzunge aus, um einen unsichtbaren Mascara-Fleck oder eine Wimper aus meinem Gesicht wegzuzupfen.
Ihr Ex-Mann ist sehr groß, hat ein fleischiges Gesicht mit etwas unentschlossenen Zügen und trägt immer eine Weste. Sie haben sich vor zwei Jahren getrennt, jetzt wird er stets von immer jüngeren Frauen begleitet, der Verschleiß ist bemerkenswert groß.
Ich habe einmal mit ihm getanzt, da war ich noch ganz grün hinter den Ohren. Er machte Siebenmeilenschritte, ich stolperte unentwegt, er flüsterte mir feucht ins Ohr: „Entspann Dich...Vertraue mir. Oh ja, jaaaaaaaaaaaaaaaa“. Dann trat er mir auf den Fuß, ich spürte, wie meine Knochen sich vor Schreck zusammenzogen. Nach dem zweiten Tanz humpelte ich zu meinem Platz. Er rief mir mitleidsvoll hinterher: „Keine Sorge, wirst es noch lernen“.
Jetzt tanzt er an uns vorbei. „Rrrrrrr“… Sie scheint vergessen zu haben, wie sie sich früher genau auf diesem Tanzboden gestritten haben „Der Mann hat echt Stil. Lässt jede Frau echt gut aussehen. Sie dreht sich zu mir:„ Naja, Du kennst ihn, nicht? hast schon mal mit ihm getanzt.“
Das Gespräch will nicht so richtig aufkommen, ich sehne irgendjemanden herbei.
Unvermittelt sagt sie „ Ho, hier läuft mein One-Night-Stand“. Ich blicke überrascht auf: ein hagerer, fast kastanienfarben gebräunter Mann rauscht an unseren Tisch vorbei, seine Partnerin krampft ihm hinterher.
Er hält sich wie ein typischer Standardtänzer. Sein Rücken ist sehr gerade, die Schultern starr nach hinten geworfen.
Sie winkt ihm zu, er sieht an uns vorbei auf die Wand mit dem hohen verschwitzten Fenster.
„Hat er mich gesehen?“ - fragt sie aufgeregt.
„Keine Ahnung“. Was soll ich auch sagen?
„Ach, ich weiß nicht. Er hat mich bestimmt nicht gesehen.“ Sie lehnt sich nach vorne, der massive silberne Anhänger rutscht aus ihrem Ausschnitt und knallt auf den Tisch. „Ist er nicht so richtig zum Anbeißen?“
Ich räuspere mich, um nicht antworten zu müssen.„Kanntet ihr euch denn vorher?“
„Nö, nicht wirklich“. Sie fährt mit dem Finger die Tischkante entlang. „Ich meine, jetzt schon. Und ich hab’ seine Karte.“
„Und wie kam’s dazu überhaupt?“ Jetzt bin ich neugierig.
Sie seufzt leise und pustet sich ein Paar Strähnen aus den Augen. „Wir haben so schön getanzt. Es war so siiinnlich. So richtig tango. Ich meine, darum geht es letztendlich, oder?“
Ich sehe dem Kerl noch einmal zweifelnd hinterher: er hält seinen rechten Arm zu hoch, das arme Mädchen sieht wie eine zwischen zwei Häusern gespannte Wäscheleine aus.
„Und wo habt ihr...?
„In seinem Auto.“ Ich verstumme. Allein die Vorstellung, wie sie ihre Beine auf dem Rücksitz unterbringt, füllt mich mit Unbehagen. Dann fällt mir was ein und bevor ich mir die Frage verkneifen kann, platzt es aus mir raus: „Habt ihr denn...?“
Sie zuckt mit dem Feuerzeug, legt den beiseite und sieht mich amüsiert an.
„Nein, wieso? Ich bin noch nicht von der Pille runter. Und er wird schon nichts haben, ich meine, er hat ja ’ne Freundin“.
Ich sehe sie entgeistert an.
„Und wie lange weiß Du es schon?“
„Hat er mir hinterher gesagt“. Sie blinkt kurz, ihre Stimme klingt trotzig.
„Ist ja alles nur Tango." Sie wirft den Feuerzeug auf den Tisch. "Er hat mich bestimmt nicht gesehen. OK, ich ruf ihn morgen an.“

Wednesday, February 13, 2008

"...Hüte dich vor falschen Lehrern"

Auf seiner Homepage steht, dass „Gustavo Naveira, Chicho, Pablo Inza und Sebastian Arce“ zu seinen Lehrern gehören. Was vermutlich übersetzt Folgendes heißt: er bekam mal ’ne Karte für TANGO PASIÓN geschenkt. Von Tangoleidenschaft gepackt, zog er sich „Tango lesson“ rein. Darauf folgte vermutlich ein Crashkurs in Sachen Tango ARGHHentino (fünf Workshops bei sechs namhaften Tanzpaaren) - et voilà, ein neuer Lehrer wurde geboren.
Seine Pirouetten gehen selten nahtlos ineinander. Häufig hält
er inmitten einer Figur inne, seine Stirn in Falten gelegt, während seine Füße unentschieden hin –und her schlabbern.
Sie
war letztes Jahr in Buenos Aires.
Ihre Röcke sind seitdem kürzer und der Ausschnitt tiefer
geworden, einen Zusammenhang mit der vorhergegangen Pilgerreise in die Mekka des Tangos habe ich da noch nicht erkennen können. Sonst hat sich nicht viel geändert, schon gar nichts an ihrem Tanzstil. Aber sie ist wählerischer geworden und fängt jeden zweiten Satz mit „Also, als ich in Argentinien war…“an.
Sie unterrichten combinaciones complejas, sostenidas und pisadas.
Könnte mir bitte jemand das Wörterbuch rüberreichen?